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Selbstbedienungsladen - ex und hopp

Der Partner als Selbstbedienungsladen, Supermarkt des Eigennutzes

  • Beitrag von: Ute K.


Diese These würde ich nicht nur auf den Begriff des Partners beschränken, sondern sogar auf den Menschen im Allgemeinen ausdehnen. Wie wird im Normalfall mit einem Mitmenschen verfahren? Wir lernen jemanden neu kennen, in sekundenschnelle wird entschieden: sympathisch - egal - unsympathisch. Betrachten wir hier nur einmal den ersten Fall der Sympathie: Wie sympathisch ist unser neues Gegenüber? Nur rein optische Attraktivität (vielleicht sogar "zu schön"?), eher der "Freund und Lebensberatertyp" oder würden wir ihn sogar als Lebensabschnittsgefährten in Betracht ziehen?




... ab jetzt wird es interessant:

Im ersten Fall traut sich die "normale" Frau kaum an den Schönen heran. Wagt sie es doch und hat sogar Erfolg, kommt als nächstes der Gedankengang, was kann ich alles mit ihm anfangen? Oft stellt sich dann sehr schnell heraus, dass dieses gutaussehende Gegenüber eigentlich nur zu einem zu gebrauchen ist (worauf ich hier gerne näher eingehen würde :-) ) und hier kommt dann auch der Selbstbedienungseffekt sehr schnell zum Tragen, da Rücksichtnahme auf Gefühle weder von der Gegenseite erfolgt noch in diesem Fall angebracht ist.

Dem Freund-und-Lebensberater-Typ hingegen wird unendliches Vertrauen entgegen gebracht. Er kennt alle möglichen und unmöglichen Geschichten aus dem Alltag, er bekommt ungefragt die tiefsten Tiefen und höchsten Glückseligkeiten erzählt und muss mit ihnen fertig werden. Aber ist er wirklich das geschlechtslose Wesen, und wollen wir das überhaupt? Eigentlich nicht! Er "dient" uns ja auch dazu, seine starke Schulter zum Anlehnen und Ausweinen zu nutzen (und wo ist das schöner, als bei einem Mann?).




... ist das OK ?

Haben wir hier nicht auch wieder eine Art des Selbstbedienungsladens? Haben wir ihn denn überhaupt gefragt ob wir das mit ihm machen dürfen, ob wir nicht etwas in ihm berühren was ihm nicht recht ist? Aber wohin kann das alles führen? Wird dieser nette Mensch dann nicht auch mal zu einem "Mann" den wir dann wie o.g. einfach nutzen, um unseren Frust loszuwerden, um uns vielleicht bei ihm ein bisschen Selbstbestätigung zu holen? Er wird uns schon nicht weh tun - so hoffen wir - er ist ja unser "Freund".

Hoffen wir in diesem Fall, dass unsere Freundschaft dies alles unbeschadet übersteht oder sie sogar vertieft wird.

Im "besten Fall" wird aus diesem Freund dann einmal der neudeutsche "Lebensabschnittsgefährte", oder auch Partner. Mit ihm haben wir die "geringste Mühe", man kennt einander, weiß was gut und schlecht ist, weiß wo man Rücksicht nehmen sollte. Beachten wir das bei einem Partner dann auch? Welcher Teufel reitet uns, wenn wir uns einfach aus Egoismus seine Gutmütigkeit zu nutze machen? Wer treibt uns dazu, immer mehr zu wollen? Wir wissen doch eigentlich schon im Voraus, dass die Partnerschaft das nicht übersteht, aber der Mensch als solcher steht sich immer wieder selbst im Weg, treibt es immer wieder auf die Spitze.




Woran liegt das?

Ist es die Erziehung? Dann sollten wir als Frauen uns endlich etwas überlegen, um diesen (unerträglichen) Zustand schnellstens zu ändern, denn wir haben die besten Möglichkeiten dazu.

Ist es die Gesellschaft? Aber wir leben in dieser Gesellschaft und haben auch hier die Möglichkeit einzuwirken, wenn wir uns die Mühe machen.

Schlussfolgerung

Wenn wir Frauen unsere Partner immer wieder egoistisch als "Supermarkt des Eigennutzes" betrachten, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn dies auch uns geschieht. Andersherum: Liebe Männer: Was ihr nicht wollt, das man euch tut, das fügt auch keinem Anderen zu!

Diese o.g. Betrachtungsweisen habe ich auch nicht immer gehabt, erst mit den Jahren und der Erfahrung ist mir die Verhaltensweise der "Selbstbedienung" immer näher gerückt und es würde immer schwerer, nicht jeden Menschen in dieser Weise zu betrachten wenn es nicht tatsächlich Freunde gäbe, bei denen man selbst sicher sein kann, nicht als solcher Selbstbedienungsladen betrachtet zu werden. Menschen, die sich vollkommen uneigennützig als Mensch zur Verfügung stellen und bei denen man (und Frau) sich selbst dann auch sehr gerne zur Verfügung stellt.

Ute K.














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