Einstreu
Zubehör und Ausstattung für Käfig und Terrarium
Normalerweise ist Einstreu (oder Tiereinstreu) ein Material, das in der Tierhaltung genutzt wird, um den Boden von Käfigen abzudecken und die Ausscheidungen der dort lebenden Tiere aufzunehmen. Bei Rennmäusen tritt diese Aufgabe in den Hintergrund, weil der Mäusekot sehr Trocken ist und von mongolischen Wüstenrennmäusen nur wenig Urin produziert wird.

Für Rennmäuse ist die Einstreu wichtig weil sie darin buddeln, Tunnel graben und wühlen. Da die Einstreu für den Mäusekäfig einen ganz anderen Zweck als üblich erfüllen soll, ist gewöhnliche Einstreu nicht immer ideal. Die richtige Wahl der Einstreu für den Käfig ist deshalb ganz wichtig. Für den Anfang reicht ganz normale Kleintierstreu. Die besteht aus Weichholzspänen, nicht zu verwechseln mit Sägemehl. Bei den Grundreinigungen alle 4 - 6 Wochen wird sämtliche Streu und damit Krankheitsherde (Pilze etc.) entfernt.
| Kleintierstreu | Weichholzspäne | Hanfstroh | Vogelsand |
| Heu + Stroh | Gartenerde | Waldboden | Katzenstreu |
| Carefresh | Pallets | Baumwollschoten | Holzwolle |
» Welche Einstreu soll man verwenden?
Im Handel gibt es verschiedene Einstreu zu kaufen:- Einstreu aus Holzspänen
- Einstreu aus Maisblättern
- Einstreu aus Hanfstroh
- Einstreu auf Papierbasis
![]() Kokosfasern |
![]() Hanfstroh |
![]() Kleintierstreu |
![]() Waldboden |
![]() Holzwolle |
![]() Exotenstreu |
Zur Verfahrensweise bei der Untermischung von anderen Zusätzen steht im nächsten Absatz mehr. Ich nehme Textilfasern, Kokusfasern, Holzwolle und Papierstreifen.
Baumwollfasern gibts im Zoohandel als Nistmaterial für exotische Vögel in kleinen Beuteln zu kaufen, zumindest dort wo solche Vögel angeboten werden. Die Fasern sind aus reiner Baumwolle ohne schädliche Färbung und Zusätze und etwa 6 - 10 cm lang.
Kokosfasern gibts ebenfalls im Zoohandel und sind eigentlich nichts anderes als die langen braunen Fasern, die man außen an einer Kokosnuss 'abrasiert'. Für das Terrarium verwendet man die Fasern von reifen und vollreifen Früchten, die einen höheren Holzanteil haben.
» Verfahrensvorschlag
Auf die Zusammensetzung kommt es an. Ich habe schon viel experimentiert um die richtige Mischung herauszufinden. Dabei wollte ich erreichen, dass die Tunnel nicht gleich zusammenbrechen und habe verschiedene Materialien gemischt.
![]() Holzwolle |
![]() Streu + Papier |
![]() untermischen |
![]() auffüllen |
![]() fertig |
Wenn du als Material zur Stabilisierung statt Holzwolle lieber Heu oder Stroh verwenden möchtest bedenke, das diese preisgünstigere Möglichkeit auch Gefahren birgt. Besonders dann, wenn du Heu oder Stroh vom Bauernhof oder aus der Natur verwendest.
Häufig werden mit Heu oder Stroh Milben in das Terrarium verbracht. Diese Fälle häufen sich in der letzten Zeit. Das bedeutet: Unbehandeltes Heu oder Stroh nicht in das Terrarium geben. Auch beim Heu aus dem Zoohandel ist man nie sicher, ob alles milbenfrei ist.
Zur Sicherheit Heu und Stroh immer für 24 Stunden bei -18 Grad in die Truhe!
» Weichholzspäne Hobelspäne
Hobelspäne fallen in der Schreinerei und in Sägewerken an werden aber auch als Rohstoff für die Spanplattenindustrie und für die Pelletierung gezielt erzeugt. In allen Betrieben die Holz schneiden kann man Späne bekommen. Je nach Holzart beinhalten sie Rindenanteile. Eine Einstreu aus Weichholzspänen wäre eine Alternative. Beim Zernagen entsteht nur wenig feiner Staub, der sich in den Atemorganen festsetzen könnte.
Nachteil: Oft steckt schon im Verpackungssack eine Menge Staub und Sägemehl.
» Vogelsand
Sand der in seinen Bestandteilen aus kleinen Quarzen besteht, kann Flüssigkeit nicht wirklich aufnehmen, sondern klumpt nur zusammen. Vogelsand sollte aus Muschelgrit hergestellt sein. Vogelsand scheint hygienischer wegen des Duftmittels das oft beigemischt ist. Ich halte das für Augenwischerei. Beim Vogelsand mit einen Beimischung von Anis stört der Anisgeruch die feinen Nasen der Rennmäuse nur.
Eine Einstreu lediglich aus Sand ist nicht in Ordnung. Im Sand können die Mäuse keine Tunnel und Höhlen bauen weil alles sofort zusammenfällt. Einige Rennmaushalter nehmen Sand ganz zuunterst und füllen mit Kleintierstreu auf.
» Katzenstreu Ich halte Katzenstreu für ungeeignet!
Immer wieder hört man die Frage ob man Katzenstreu unter die Einstreu mischen soll. Als Käfigfüllung zum Buddeln und Graben ist es nicht geeignet. Graben im Katzenstreu macht den Wüstenrennern keinen Spaß
Bei Katzenstreu man sollte darauf achten, dass es ohne chemische Zusätze ist. Es gibt Bio-Steu, welches aus rein pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und für Mensch und Tier völlig ungiftig ist. Die Entsorgung ist deshalb unproblematisch, weil das Katzenstreu ohne Bedenken in den Kompost gegeben werden kann.
Keine Streu mit chemischen Zusätzen!
Katzenstreu mit cehm. Zusätzen nimmt die Feuchtigkeit auf und löst (abhängig vom Produkt) eine chem. Reaktion aus, die der Geruchsbelästigung entgegenwirkt. Von Katzenstreu bin ich nicht überzeugt. Solche Streu enthält oft Chemikalien und wäre beim Verzehr (Anknabbern) nicht gut für die Rennmäuse. Weitere Nebenwirkung: Der für Mäusenasen starke, fremde Geruch könnte Rivalitäten auslösen.
Außerdem sehe ich wegen der gereingen Produktion von Urin bei Rennmäusen, keine Notwendigkeit für den Einsatz von geruchsbindenden Mitteln. Wegen der Geruchsbelästigung Katzenstreu zu nehmen ist also nicht notwendig. Denn auch ohne Katzenstreu riecht man Rennmäuse bei regelmäßiger Käfigreinigung nicht.
» Erde Gartenerde Gartenerde gehört nicht in den Rennmauskäfig
Ich habe schon einmal darüber nachgedacht, ob ganz gewöhnliche Erde für Rennmäuse nicht interessant sein könnte. Bitte bedenke das normale Gartenerde natürlich Insekten, Keime und Pilze enthält. Auch Gartenerde aus dem Handel ist nicht besser und kann sogar Beize und Dünger enthalten. Eine Möglichkeit Keime abzutöten bietet sich im Backofen. Dort kann man die Erde einige Zeit bei hohen Temperaturen 'behandeln'. Dabei wird der Erde auch Feuchtigkeit entzogen und die Schimmelbildung vermieden.
Von einer Einstreu aus Gartenerde oder vom Zusatz Gartenerde rate ich ab. Gefahren: Schimmel, Pilze, Sporen, Keime, Insekten, chem. Zusätze (Dünger). Ähnliches gilt übrigens für Torf.
» Hanf-Einstreu
Hanf-Einstreu ist eine ganz tolle Sache. Hanfstroh sollte man sich nicht so vorstellen wie normales Stroh. Es werden keine Halme sondern gehäckselte kleine Teilchen verkauft. Es wird in Pressballen und Säcken angeboten und wurde bisher in Pferdeboxen (aber nur bei den Superrennern) verwendet. Ich habe den Hersteller angeschrieben um herauszufinden wo man es bekommen kann.
Foto links 1,5 fache Vergrößerung
Hanf-Einstreu habe ich im Jahr 2000 als ideale Einstreu für Kleintiere entdeckt und mir gleich einen riesigen Sack zu einem günstigen Preis bestellt. Beim Anbau von Hanf ist Chemie nicht nötig. Der Hanf wird nach Aussage des Herstellers gründlich aufbereitet: Entfasert, sogfälitg gereinigt und mehrmals entstaubt. Weil Hanf keine Schadstoffe und Schimmelpilze enthält, ist er die ideale Einstreu nicht nur für die Mäuse sondern auch für den allergisch reagierenden Rennmausbesitzer.
Vorteile: Der Beutel mit dem Hanfstroh enthält nur ganz wenig Staub (anders als bei Kleintiersteu). Die Rennmäuse haben die Option die Teilchen weiter zu zernagen (wenn sie möchten).
- enorme Saugfähigkeit
- staubfrei
- geruchsbindend
- hervorragend für Allergiker
- ohne Gerbsäure
- Herbizit- und fungizidfreier Anbau
- leichte Handhabung beim Einbringen
- geringer Platzbedarf bei der Lagerung (Pressballen)
- Entsorgung auf dem Kompost möglich
Ich kann nur hoffen, dass der Bekanntheitsgrad und das Angebot im Handel schnell zunimmt bzw. größer wird. In Zoohandlungen entdecke ich häufig nur kleine 5 kg Beutel, die (wenn sie wie bei uns aus den Niederlanden eingeführt werden) zu völlig überzogenen Preisen angeboten werden. Etwas Besseres als Hanf für die Einstreu kenne ich allerdings nicht.
» Kleintierstreu
Ich habe herausgefunden, das Kleintierstreu noch die simpelste Lösung für neue Rennmauseltern ist. Größter Vorteil: Diese Einstreu ist überall erhältlich. Da kann man erst mal nichts falsch machen. Einstreu aus Weicholz ist optimal. Ich nehme Kleintierstreu als Basis und mische andere Materialien unter. Nicht nur den Boden leicht bedecken, denn Rennmäuse graben gerne.
Foto links 1,5 fache Vergrößerung
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Nun ist Kleintierstreu nicht gleich Kleintierstreu! Streu wird normalerweise aus den Abfällen von Sägewerken hergestellt. Dabei fallen unterschiedliche Holzsorten ab. Entsprechend ist die Zusammensetzung nicht immer gleich. |
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Übliche Kleintierstreu wird speziell für die Kleintierhaltung, wegen der Saugfähigkeit aus Weicholz hergestellt und enthält keine Rindenanteile. In der Regel handelt es sich dabei um das Holz der Kiefer. |
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Wenn Kleintierstreu noch mit anderen Materialien versetzt wird, brechen die Bauwerke der Wüstenrennmäuse nicht gleich wieder in sich zusammen. Papierstreifen oder Holzwolle (Verpackungsmaterial) sind die preisgünstigste Lösung. |
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Du wirst schnell herausfinden welche Ecke im Käfig als Toilette benutzt wird und einen Austausch häufiger braucht. Bei einem kleinen Käfig macht es allerdings keinen Sinn, nur einen Teil der Einstreu zu entnehmen. |
» Heu und Stroh Gefahr der Einschleppung von Parasiten!
Heu und Stroh ist nicht nur eine gute Zumischung zur gewöhnlichen Einstreu, es schafft auch noch Beschäftigung. Im Zoohandel wird Heu und Stroh in kleinen Pressballen oder Beuteln angeboten. Auf den Packungen einiger Hersteller wird auf Milbenbfreiheit hingewiesen. Nun könnte man ja auch Heu oder Stroh beim Bauern besorgen. Eine Hand voll gibt der Bauer gerne kostenlos ab.
Foto links: Reisstroh
In Heu und Stroh können Milben 'wohnen'. Davon ist eigentlich sogar auszugehen wenn es vom Bauernhof kommt und schon länger gelagert wurde. Also Mitgebrachtes erst (im Plastikbeutel) für 24 Std. in den Gefrierschrank, sicherheitshalber.
Foto links: gewöhnliches Stroh
Mit unbehandeltem Heu oder Stroh besteht die Gefahr Milben in das Terrarium zu transportieren. Solche Fälle häufen sich in der letzten Zeit. Die mit bloßem Auge nicht erkennbaren Tierchen, können zu schlimmen Plagegeistern werden und wird man nur schwer wieder los. Folge: Parasitenbefall mit Juckreiz, Kratzen und in schlimmen Fällen Entzündungen.
Foto links: Heu
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Unbehandeltes Stroh oder Heu gibts für meine Mäuse nicht wenn ich mir nicht abolut sicher bin, ob alles milbenfrei ist. Also kriegen sie im Zweifelsfall keines! |
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Abhilfe: Zur Sicherheit Heu und Stroh vorher immer für 24 Stunden bei minus 18 Grad in die Gefriertruhe! Das sollten die Milben nicht überleben. |
» Waldboden und andere Zusätze
Außer Holzwolle und Papier möglich:
Hanf, Kokusfasern, Textilfasern (Nistmaterial Exoten), Heu, Stroh, Hobelspäne und diverse Fertigmischungen, z.B. Waldboden.
» Carefresh [Markenname]
Carefresh
Abfallprodukt aus der Papierherstellung, flockige Masse.
Wer in der Nähe von Blankenstein /Thüringen) wohnt hätte die Möglichkeit an der dortigen Papiermühle solche Flocken besorgen zu können.
Carefresh ist ein Markenname und wird als Einstreu für Kleintiere und Nager angeboten. Es handelt sich um fasrige Flocken, die bei der Papierherstellung wohl als Abfallprodukt ausgesondert werden, weil noch zu viele grobe Holzfasern enthalten sind.
Offenbar ist es im englischsprachigen Raum bekannter als in Österreich oder Deutschland. Ich habe Angebote gefunden, wo ein 50 Liter Beutel für etwa 13 Euro verkauft wird. Die kleineren Packungsgrößen scheinen recht teuer zu sein.
Ich halte es für geeignet, der üblichen Kleintierstreu oder dem Hanfstroh beizumischen, um ein wenig Festigkeit für den Tunnelbau zu erreichen (ähnlich wie mit Baumwollschoten). Tunnel in normaler Einstreu brechen ja immer wieder zusammen, wenn man keine Papierstreifen untermischt.
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Mit Genehmigung von Zooplus, (Datum 15.06.2009) darf ich hier von der Zooplus-Webseite zitieren: Produktbeschreibung bei Zooplus: Carefresh kann maximal das Dreifache seines Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und ist daher dreimal so langlebig wie konventionelle Einstreu. Sie ist staubfrei und hypoallergen, hygienisch und wurde einer Wärmebehandlung unterzogen, um das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen einzudämmen. Sie ist außerdem umweltfreundlich - es werden keine Bäume gefällt für die Herstellung dieser Einstreu. Die Einstreu gibt es im 10 Liter Gebinde (6,6 Liter im komprimierten Zustand). Material: Cellulose. Die Vorteile von Carefresh auf einen Blick:
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» Pallets
Pallets
Aus Holz und Sägeabfällen gepesste Nuggets. Solche harten Pallets empfehle ich als Einstreu nicht und sehe darin auch keinen Wert als Nagematerial!
Pallets halte ich für nicht geeignet! Viel zu hart und eine so große Notwendigkeit Flüssigkkeiten aufzusaugen besteht bei Rennmäusen nicht.
» Baumwollschoten
Baumwollschoten
Baumwollschoten, aufgebrochene Baumwollfrucht.
Einige Rennmaushalter schwören auf Baumwollschoten. Ich habe das auch schon ausprobiert und streue ab und an eine Ecke des Terrariums mit Baumwollschoten ein.
» Holzwolle
Holzwolle ähnelt einem abgedrehten Span bei der Metallbearbeitung, nur das es sich um einen ganz feinen Holsspan von 'unendlicher' Länge handelt. Sehr gut geeignet um Stabilität in die Einstreu zu bringen.
Rennmäuse lieben Holzwolle!
Quellen: Dort wo Geschirr verkauft wird gibt es Holzwolle als Verpackungsmaterial. Einfach freundlich nachfragen.
» Exotenstreu
Exotenstreu ist als Zusatz zur Einstreu gut geeignet. Den eigentlichen Zweck als Einstreu erfüllt Exotenstreu neben der optischen Aufwertung. Exotenstreu ist natürlich auch ein gutes Nagematerial (wenn sich die Tiere dafür interessieren).
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