Parasitenbefall
Parasiten sind Kleinstlebewesen (Ungeziefer, Schädlinge) die bei zu hoher Luftfeuchtigkeit, ungenügender Belüftung des Terrariums auftreten oder z.B. mit Heu / Einstreu / Borke / Ästen eingeschleppt werden. Am Häufigsten hört man von Parasitenbefall durch Milben.
- Kleine Milbenarten kann man mit bloßem Auge kaum erkennen.
- Flöhe sind als kleine schwarze Punkte im Fell zu erkennen.
- Haarlinge erkennt man als kleine, weiße Würmchen (ca. 1 mm groß).
Milben
Grundsätzlich besteht immer die Frage: Sind das wirklich Milben? Eigentlich sind die meisten Milbenarten mit boßem Auge kaum zu sehen!
Milben 0,1 mm groß http://de.wikipedia.org
Milben bis zu 0,5 mm Raubmilben
rote 1 mm große Milben rote Vogelmilben
Eine Diagnose durch einen erfahrenen Tierarzt ist ratsam, ein Laie kann die verschiedenen Milbenarten nicht erkennen bzw. unterscheiden und andere Infektionen oder Krankheiten wie Pilzbefall nicht ausschließen und behandeln.
Abhängig von der Milbenart muss zur Diagnose vom TA möglicherweise eine Haarprobe unter dem Mikroskop untersucht werden, dabei kann er gegebenenfalls die Haarbalgmilbe erkennen. Um die von anderen Milbenarten einwandfrei unterscheiden zu können muss der TA u.U. ein Hautgeschabsel nehmen.

|
Anzeichen - Indikation
|
Die Maus kratzt sich ungewöhnlich oft (nicht verwechseln mit Putzen). In schlimmen Fällen kratzt sich die Maus blutig und verliert Fell. Milbenbefall ist für die Maus sehr stressig (Juckreiz).
Die Vogelmilbe (1 mm groß) wird man auch ohne Hilfsmittel erkennen. Leider wird man darauf in der Regel erst aufmerksam, wenn sie in großer Anzahl vorhanden sind. Milbenbefall vermutet man duch folgende Anzeichen:
Symptome bei starkem Befall: Starker Juckreiz, Hautläsionen, Schuppen, Haarausfall, Schmerzen.

| Der Mäuseprofessor meint:
sofort Nest und Käfig völlig ausräumen
Käfig gründlich mit Essigwasser / Seifenlauge auswaschen
Einrichtung gründlich mit Essigwasser abwaschen
Einrichtung benötigt Hitze- Kältebehandlung
kein Auslauf für die Mäuse
Tierarzt aufsuchen
Mittel gegen Parasiten besorgen
|
Rote Vogelmilben (1 mm) können auch andere Säugetiere befallen (die Viecher gehen auch auf den Menschen). Das bedeutet bei Vogelmilbenbefall: Beim Ausräumen Gummihandschuhe tragen.

|
Ursachen:
|
In den meisten Fällen werden Milben mit Heu oder Stroh in das Terrarium verbracht. In der letzten Zeit hört man immmer häufiger davon. Man sollte sich zum Grundsatz machen, kein unbehandeltes Stroh oder Heu in das Terrarium zu geben. Wenn ich mir nicht sicher bin ob alles milbenfrei ist (und ich bin mir eigentlich nie sicher) verzichte ich lieber darauf. Also kriegen sie im Zweifelsfall keines!
Regel: Heu und Stroh aus der natur oder vom Bauernhof vorher immer für 24 Stunden bei minus 18 Grad in die Grfiertruhe!
- Feuchte Einstreu, zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropfende Wasserflaschen. Milben fühlen sich im feuchten Klima wohl. Luftzirkulation ist also genauso wichtig wie eine regelmäßige Pflege.
- Oft werden Milben beim Kauf einer Rennmaus oder duch ausgetauschte Einrichtungen eingeschleppt.
- Unsauberkeit, in einem zu selten gereinigtem Käfig vermehren sich die Milben rascher.
- Falsche Einrichtung - In Plastikhäusern herrscht ein warmes feuchtes Klima in dem sich Milben, Bakterien und Pilze wohl fühlen. Solche Häuser sollten niemals verwendet werden.

|
Behandlung / Bekämpfung:
|
Sofortmaßname:
Alle Einrichtungsgegenstände, Einstreu und Nistmaterial herausnehmen, und zwar sofort! Einen Plasiksack benutzen und dann alles Ersetzbare in die Tonne. Käfig auswaschen (Essigwasser) und den Mäuse bis zum Abschluss der Behandlung lediglich Papierstreifen von der Küchenrolle in einer Ecke als Schlafversteck anbieten.
Tiere behandeln
Der Rat des Tierarztes ist unbedingt notwendig. Die Anwendung von Medikamenten sollen Erwachsene übernehmen.
Die meisten Milbenmittel enthalten Gift (leichtes Nervengift). Deshalb sollte man das nur nach Anordnung, in der richtigen Dosis und nicht einfach nur so (vorbeugend) anwenden. Das Mittel darf nicht auf das Futer geraten.
Problematik:
Durch die erste Behandlung werden alle Milben und Haarlinge getötet, nicht aber deren Eier (Nissen) aus denen Larven schlüpfen und in kurzer Zeit für einen neuen Befall sorgen. Darum ist darauf zu achten, nach 7 - 8 Tagen auch die später geschlüpfte Nissen abzutöten. Sonst ist der Haarlings- oder Milbenbefall nur vorübergehend gestoppt, kann sich aber nach kurzer Zeit wieder ausbreiten.
Also auch wenn sofort eine Besserung eintritt, die Behandlung auf keinen Fall abbrechen! Abhängig vom verwendeten Mittel, ist eine zwei- bis dreimalige Behandlung, im Abstand von jeweils 7 - 8 Tagen (Schlupfzeit) notwendig. Einige langwirkende Präperate benötigen keine Wiederholungsanwendung.
Neues Mittel (Wikipedia):
Eine Alternative zu Insektiziden verspricht ein neues Produkt einer mitteldeutschen Firma mit dem Namen Milbenfrei. Hierbei findet eine Anlagerung eines ausgebrachten Silikatstaubes auf dem Körper der Milben statt. Die staubfeinen Silikatpartikel zerstören die verdunstungshemmende Wachsoberfläche und wirken schmirgelnd und adsorbierend. Durch feine Verletzungen der Wachsschicht kann die Körperflüssigkeit der Insekten austreten und die Milben sterben durch Austrocknung. Durch Zerstäuben des Mittels im Stall werden auch Milben die sich in unzugänglichen Stellen verkriechen erfasst. So ist die Belastung nicht so groß und man erwischt alle.
Im Forum wurde empfohlen (Iome)
Mein Rezept gegen Milben: 0,9 ml Propylenglykol und 0,1ml Ivomec (das ist der Wirkstoff). Zuerst das Ivomec aufziehen und dann das Propylenglykol, sonst mischt sich das ganze nicht ordentlich. Der Wikstoff muss der Maus als "spot on" in den Nacken getropft werden. Jeder Maus 1 Tropfen.
Im Forum wurde empfohlen (Keala)
- das Mittel Frontline zum Einsprühen des Käfigs anzuwenden (Tiere nicht einsprühen). Während dieser Behandlung dürfen die Mäuse sich nicht im Terrarium aufhalten.
- Milbenstrip von Amisi, gibts beim Schlecker. Achtung: Nicht anwenden wenn du im gleichen Zimmer Wirbellose wie z.B. Vogelspinnen oder Skorpione etc. pflegst! Milbenstrip rein, einige Tage drinlassen (Maus darf da nicht drankommen!), dann wieder rausnehmen für ein paar Tage. In der Zeit schlüpfen dann die Milbeneier. Dann wieder Strip rein für ein paar Tage.
- Am besten während dieser Zeit statt Einstreu Zeitungspapier rein und täglich auswechseln, Papier verbrennen (nicht das evtl. Milben aus Mülleimer krabbeln und sich woanders vermehren)
Einrichtung reinigen
Käfig und Einrichtung muss mit Essigwasser / Seifenlauge ausgewaschen werden. Das reicht allerdings nicht immer!
Milben werden durch starke Hitze oder Kälte abgetötet.
- für 40 Minuten bei knapp 100 Grad im Ofen ausbacken
- für 24 Stunden bei 18 Grad tiefrieren
- Keramikteile in der Mikrowelle 2 Minuten auf der höchsten Stufe
Abhängig vom Material, muss die entsprechende Behandlungsmethode angewand werden. Holzteile sollte man besser in die Kühltruhe (im Plastiksack) geben als sie großer Hitze auszusetzen.
Alle ersetzbaren Einrichtungsgegenstände und andere nicht abwaschbaren Teile sollten am besten gleich wegwerfen
Wenn Du vorher zur Käfigreinigung einen Handfeger / eine Bürste benutzt hast, kannst Du ohne Desinfizierung wieder neue Milben einschleppen!
Mein Hinweis zu Frontline:
Sprühen Sie Frontline niemals direkt auf das Tier! Frontline-Spray darf nicht in die Lungen gelangen. Man kann es verwenden um vorab die eigenen Hände (Handschuhe überziehen) und benutztes Reinigungsreät (Bürsten, Handfeger) einzusprühen.
Pilzbefall
Gesundheitstipp von Uschi:
Wenn die Kleinen sich kratzen, müssen es nicht immer Milben sein. Eine meiner Mäuse hatte auch schon mal einen Pilz am Näschen - und eine andere am Öhrchen. Letzteres bekam dann sogar Gleichgewichtsstörungen. Ein richtig dosiertes Mittel, das allerdings auch in einer Süßspeise (ein Tröpfchen flüssiges Nuss- oder Vanille-Eis) verabreicht werden musste, da es sehr eklig und bitter zu schmecken scheint, hat die Kleinen wieder geheilt.
Habe natürlich sofort das Heu (vom Supermarkt - das hatte ich im Verdacht), das Terrarium mit heißem Wasser gereinigt und die Einstreu entfernt und komplett neue Packungen vom Fachhandel aufgemacht.
Gruß Uschi
|