Störfaktoren
Staub und störende Geräusche durch Nagen und Scharren
Mongolische Rennmäuse gehören zur Gattung der Nagetiere! In der freien Natur finden sie Schutz in Erdhöhlen, dazu graben sie unterirdische Gänge. Diese Eigenschaften und Angewohnheiten sind den Rennmäusen als Heimtier erhalten geblieben. Nagen ist ganz wichtig für die Abnutzung der Nagezähne und sie werden immer versuchen, durch Buddeln und Scharren Gänge zu graben.

» Rennmäuse scharren, nagen und wirbeln Staub auf
Das kann erheblich stören:- Geräusche durch Scharren
- Geräusche durch Nagen
- Geräusche eines Laufrads
- aufgewirbelter Staub durch Scharren
Es liegt in der Natur der Rennmäuse Tunnel zu graben und zu Nagen, schließlich sind sie Nagetiere. Das geht nicht lautlos vor sich. Ganz besonders in einem Gitterkäfig mit Plastikwanne wirst du diese Geräusche deutlich hören. Der Käfig mit seinen Gitterstäben wirkt oft wie ein Resonanzkasten, der die Geräusche noch verstärkt. Du hast dir bei der Auswahl des Standortes für den Käfig schon überlegt, ob solche Geräusche dich stören und du dabei noch schlafen kannst.
Schließlich wühlen und nagen Rennmäuse gerne auch während der aktiven Zeit in der Nacht. Meine Renner haben neben den Wachperioden tagsüber eine aktive Phase von 24 Uhr bis 2 Uhr und von 5 Uhr bis 7 Uhr. Geräusche durch Nagen an den Gitterstäben fallen bei einem Terrarium zwar weg, aber besonders nachts hört man das Scharren auch in einem Terrarium durch die umgebende Stille deutlich.
Ich möchte dir nichts vorenthalten, schließlich sollte vor einer Anschaffung alles gut überlegt sein. Ich Selbst habe mich an die Geräusche längst gewöhnt.
» Maßnahmen zur Lärmverminderung
Wenn du nachts nicht gestört werden möchtest, sollte das Laufrad herausgenommen werden. Geräusche durch ein quietschendes Laufrad kann man mit einem Tropfen Speiseöl abstellen.
Harte Gegenstände wie kleine Äste und Brettchen werden beim Scharren und Graben an die Glasscheiben klopfen. In meinen Terrarium musste ich kleine Steine, die zur Deko und zum Klettern im Aquarium waren, in der Mitte positionieren, weil klopfende Geräusche mich nachts schon in "Alarm" versetzten.
Rennmäuse scharren aus einem instinktiven Verhalten heraus, für uns oft unverständlicherweise sinnlos in den Ecken. Auch hier gilt, der Lärm durch das Scharren in der Plastikwanne ist natürlich lauter als beim Scharren in einem Glasterrarium. Du kannst durch zwei Dinge ein wenig Abhilfe schaffen:
- Lege einige Pappröhren in den Käfig
- Lege einen größeren Stein in die Ecke des Käfigs
Studien haben ergeben: Mäuse die mit Tunnelsystemen aus Röhren aufwachsen, scharren weniger häufig.
Scharren ausnutzen
Nagen an trockenem Holz der Einrichtung ist lauter als das Herumnagen an frischen Zweigen. Ich bringe deshalb immer ein paar frische Birken- oder Obstbaumzweige mit, bis zu Kleinfingerstärke. Die lege ich in die Laufwege und Durchgänge. Die Mäuse werden den Weg frei machen wollen und nagen an den Zweigen, nicht am Käfigaufbau. Die Rinde und Knospen von Obstbäumen sind nicht giftig und bei den Mäusen willkommen! Mein Aufbau aus Holz ist kaum lädiert.
Besonders deutlich zu hören ist das Nagen an den Gitterstäben. Beim Käfig 'klingen' die Gitterstäbe beim Nagen nicht so doll nach, wenn man ein Handtuch darüber legt. Das wäre vor allem nachts ratsam.
» Staubentwicklung
Beim Versuch in der Einstreu Tunnel zu graben, werden Sägemehl, Hobelspäne und zernagte Pappe im hohen Bogen durch das Terrarium gefegt. Schlimm für Rennmausbesitzer, die ihre Tiere in einem Käfig halten. Aber auch aus einem Terrarium wird feiner Staub in die Umgebung gelangen und alle Möbel in der Nähe mit einer feinen Staubschicht belegen. Das lässt sich nicht vermeiden, schließlich darf das Terra nicht luftdicht abgeschlossen sein sondern sollte über Belüftungsmöglichkeiten verfügen.
Tägliches Staubsaugen wird deine Pflicht, sonst gibt's Ärger mit den Eltern.
Feiner Staub, der beim Scharren aufgewirbelt wird, kann Stauballergikern zu schaffen machen. Dieser feine Staub lässt sich kaum vermeiden, ist natürlich abhängig von der Einstreu. Für Allergiker empfehle ich Hanfeinstreu. Die ist im Zooladen teurer als Sägemehl oder Kleintierstreu. Man kann aber auch beim Hersteller bestellen, wenn man im Keller oder in der Garage Platz für einen Pressballen hat. Ich habe bei der Fa. Scharrer schon bestellt, ohne Probleme.
Naheliegend wäre ja der Gedanke, die Einstreu ein wenig anzufeuchten, um so die Staubentwicklung zu vermindern?
Niemals anfeuchten! Mongolische Rennmäuse mögen keine Feuchtigkeit.
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