allgemeine Tipps - Kleber und Leim
Verwendung von Leim und Kleber beim Selbstbau von Einrichtungen
Damit du nicht unendlich viel Geld ausgeben musst, kannst du Einrichtungsgegenstände mit wenigen Mitteln selbst basteln. Bei der Verarbeitung von Pappe oder Holz solltest Du aber einige wichtige Dinge beachten. Hier meine Hinweise in Bezug auf Leim und Kleber.
| Papierkleber | Holzleim | Verarbeitung | Kontaktkleber |
» Kleber für Pappe und Papier
Für Deine Bastelarbeiten mit Pappe solltest Du wenn möglich das Steckverfahren einsetzen. Dabei werden in beide Teile Schlitze geschnitten und die Pappteile werden dann ineinander gesteckt. Es gibt auch andere Verfahren, bei denen man trapezförmige Zuschnitte umklappt, die dann in andere Pappteile greifen und stabil halten.
Schau Dir einmal die ungeleimten Verpackungen von Haushaltsgeräten oder elektronischen Kleinteilen etwas näher an.
Möchte man Kleber verwenden muss ein Kleber ohne giftige oder gesundheitsschädliche Lösungsmittel verwendet werden. In der Regel sind Bastelkleber für die Schule genau solche Kleber. Kleber und Papierkleber ohne Lösungsmittel kann für Pappkonstruktionen ohne weiteres verwendet werden.
Hier einmal eine Auflistung von geeigneten Klebern des Fabrikats UHU (Infos und eine Auflistung nach Kategorien findet man auch auf den Seiten der Hersteller):
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UHU stic Klebestift UHU Foto Klebestift |
UHU Office Pen UHU Vielzweckkleber, flinke Flasche |
Für Arbeiten mit Papier oder Pappe sollte man die gängigen Kraftkleber nicht verwenden! Kraft- und Kontaktkleber haben Lösungsmittel.
» Alternativ: Arbeiten ohne zusätzlichen Kleber
Die Verwendung von nassem Papier ist eine Alternative, zum Beispiel für eine "Mäusehöhle": Man pustet einen Luftballon auf (nicht allzu groß) und umwickelt die obere Hälfte mit nassem Toilettenpapier in mehreren schichten, so dass eine Halbkugel entsteht. das geht ganz ohne zusätzlichen Kleber! Wenn das Papier getrocknet ist, kann man die Luft aus dem Ballon langsam entweichen lassen. Natürlich kannst Du auch andere Formen verwenden, die sich nach dem Trocknen leicht entfernen lassen.
» Leim oder Holzleim
Für Aufbauten aus Holz und für den Selbstbau von Terrarien wird man Leim (oft in der Kombination mit Nägeln und Schrauben) einsetzen. Ich empfehle dazu die Verwendung von Kaltleim aus Dispersionsbasis (Kunst- oder Naturharz-Dispersion in Wasser). Zum Beispiel Holzleim der Fa. Henkel der als 'Ponal' bekannt ist.
Fachsprache: Mehrkomponenten-Klebstoffe oder Klebstoffe mit anderen Lösemitteln als Wasser sind kein "Leim" :-) .
Weil auf dem Markt heute aber unterschiedliche Holzklebstoffe angeboten werden sollte man beim Einkauf genauer hinsehen. Es sollte auf jeden Fall ein formaldehydfreier Dispersionsleim sein. Dieser Leim ist auch unter dem namen 'Weißleim' bekannt. Er ist vor der Verarbeitung weiß und nach der Aushärtung durchsichtig.
» Verarbeitung von Holzleim
Er lässt sich am besten bei Temperaturen über 15 Grad Celsius verarbeiten und härtet bereits nach etwa 10 Minuten aus (Verarbeitungshinweise beachten). Während des Aushärtens sollten die Klebeflächen angepresst werden. Das kann man (ohne Nägel + Schrauben) mit Schraubzwingen bewerkstelligen.
In der Kombinationsmethode werden die Klebestellen mit Leim bestrichen und dann innerhalb der Aushärtezeit vernagelt oder geschraubt. Die Nagelung oder Verschraubung sorgt dann für den notwendigen Anpressdruck. Dabei heraus quellender, überschüssiger Leim sollte abgewischt werden.
» Superkleber - Zweikomponenten-Kleber
Für einige Arbeiten sind Papierkleber oder Leim nicht geignet. Möchte man z.B. einen Flaschenhalter an die Glasscheibe kleben, geht das nur mit einem Mehrkomponenten-Klebstoff oder Kontaktkleber. Der Einsatz / die Verwendung von Kontaktkleber im Terrarium ist unbedenklich, wenn man 3 Regeln einhält:
- Während der Arbeiten sind keine Mäuse im Terrarium
- Die Klebeflächen sollen für Mäusezähne nicht erreichbar sein
- gute Belüftung während des Abbindeprozesses des Klebers
Die zweite Forderung ist leicht zu erfüllen, weil ja nur ein winziges Tröpfchen des Klebers benötigt wird. So wird der Kleber nicht an den Seiten herausquellen.
Zum 3. Punkt bezieht sich auf die Verarbeitung und auf den Gesundheitsschutz. Erst einmal eine Erklärung: Kontaktkleber enthalten kleine Mengen an Lösemitteln, Bindemittel (Synthesekautschuk, Polyurethane) und Metalloxide. Die Lösemittel verdampfen und die abgelüfteten Klebeflächen werden zusammengedrückt. Problematisch sind z.B. die ausgasenden Lösemittel und die Isocyanate.
Bei Arbeiten mit Kontaktkleber solltest Du unbedingt die Hilfe eines Erwachsenen haben. Kinder dürfen nicht alleine mit Vaters Kontaktkleber arbeiten! Ein kleiner Tropfen auf die Haut, der Flaschenhalter klebt am Finger und Du musst in die Notfallklinik.
Isocyanate können allergische Reaktionen hervorrufen. Atemwegserkrankungen können ausgelöst werden, wenn man regelmäßig Isocyanaten ausgesetzt ist wie z.B. ein Arbeiter in der Automobilindustrie.
» Mäuse ausquartieren
Um z.B. einn Halter an eine Glasseitenwand eines Terrariums anzukleben, kann man einen Kontaktkleber einsetzen. Wenn der Abbindeprozess (die Aushärtung) des Klebers abgeschlossen ist, sollten keine gefährlichen Gase mehr austreten. Danach dürfen die Rennmäuse wieder zurück ins Terra.
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