Überlegungen vor dem Kauf von Rennmäusen
Vor der Anschaffung von Rennmäusen sollte man alles abwägen
Mongolische Rennmäuse / Wüstenrennmäuse sind Gruppentiere. Als Einzeltier soll man sie nicht halten! Ich rate dazu zwei Tiere zu kaufen und sie in einem ausreichend großen Terrarium unter zu bringen. Zwei Gleichgeschlechtliche Geschwister aus einem Wurf anzuschaffen ist ratsam. Die Tiere sollten etwa 8 Wochen alt sein.
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Bevor du mongolische Rennmäuse kaufst, solltest du dir wirklich Gedanken darüber machen, was auf dich zukommen kann. Nicht immer läuft alles so, wie man sich das wünscht. Nehme dir ein paar Tage Zeit, den Entschluss gründlich zu überdenken. Auch über mögliche Komplikationen solltest du dir im Klaren sein! Ich möchte dich nicht erschrecken, aber es gibt einiges zu bedenken. |
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Viele Rennmausbesitzer haben die Erfahrung gemacht, das der Begriff Rennmaus = Gruppentier oft falsch gedeutet wird. Gruppentier bedeutet nicht, das ein Verband von zum Beispiel 5 Mäusen ohne Komplikationen in einem Terrarium gehalten werden kann ohne das es zu Streitereien kommt. Größere Gruppen zerfallen mit der Zeit oft, weil es zu Rivalitäten kommt, die mit schlimmen Beißereien oder sogar tödlich enden können. Die beständigste Gruppe ist eine Zweiergruppe!
Den Grund dafür hast du schon auf der Seite 'Maus als Haustier' gelesen:
Rennmäuse leben in der Natur in Familienverbänden, die aus 15-20 Tieren bestehen. Im Normalfall sind dies die Elterntiere mit ein bis zwei Würfen ihrer Nachkommen. Die Jungtiere werden mit der Geschlechtsreife oft vertrieben und müssen sich ihr eigenes Revier suchen.
Die Zusammenführung von einzelnen Mäusen aus unterschiedlichen Zuchten führt ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu Revierstreitigkeiten, die in blutigen Kämpfen enden können.
Eingewöhnen / Vergesellschaften
» Das kann auf dich zukommen
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Möglicherweise gibt's Streit und die Rennmäuse vertragen sich nicht. Dann benötigst du ein 2. Terrarium. | |
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Möglicherweise ist eine gerade gekaufte Maus bereits schwanger. Kläre die Abgabe der Jungtiere mit dem Zoohandel. | |
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Möglicherweise sind die Tiere doch nicht gleichgeschlechtlich. Dann gibt's in sehr kurzen Abständen regelmäßig Nachwuchs. | |
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Möglicherweise musst du mit deinen Rennmäusen mal zum Tierarzt. Eine Behandlung ist nicht kostenlos! | |
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Die Tiere werden bis zu 5 Jahre alt. Kannst du den Zeitraum überblicken und bist sicher, dass du auch in 2 Jahren noch zu den Mäusen stehst? | |
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Rennmäuse sind keine Kuscheltiere. Wenn du was zum Spielen und Kuscheln möchtest, lasse Dich im Zoohandel beraten. * | |
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Rennmäuse leben nicht ewig, durchschnittlich 3 Jahre. Kannst du / können die Kinder mit dem Tod der Tiere umgehen? |
Querverweise:
* Mein Verweis auf Meerschweinchen als Kuscheltiere war absolut falsch! Die Tiere sind sehr sensibel, haben Angst beim falschen Hochnehmen, mögen Streicheln eigentlich auch nicht immer! Sie eignen sich für kleine Kinder genauso wenig wie Wüstenrennmäuse! (Danke an Britta für den Hinweis)
» Auch das sollte geklärt sein:
Über meine oben aufgezählten Hinweise solltest du vor dem Kauf nachdenken. Hinterher ist es zu spät. So, nun zu den nächsten Fragen:
- hast du genügend Zeit, dich täglich mit den Tieren zu befassen?
- bist du verantwortungsbewusst genug für ein Haustier?
- Rennmäuse sind kein Spielzeug
- kannst du den Tieren den nötigen Auslauf in der Wohnung bieten?
- bist du kreativ genug den Tieren einen Käfig zu gestalten?
- sind alle Familienmitglieder einverstanden?
- wer macht den Käfig monatlich sauber?
- wer versorgt die Mäuse im Urlaub?
- gibt es einen geeigneten Standplatz für den Käfig?
- akzeptierst du den Schlafrhythmus der Maus?
- fühlt sich jemand durch Geräusche (auch nachts) gestört?
- wer fährt nötigenfalls zum Tierarzt?
» Allergiker
Eine allergische Reaktion auf Tierhaar ist nicht der einzige Faktor. Hier gilt es Unterscheidungen zu machen. Dabei sollte man den die Begriffe 'Haustauballergiker' UND 'Stauballergiker' NICHT in einen Topf werfen. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Tierhaar
Der Tierhaarallergiker reagiert empfindlich auf die Rückstände an den feinen Tierhaaren (Talg).
Im Rennmausforum wurde die Frage der Allergie häufig diskutiert. Offenbar können selbst auf Tierhaare allergisch reagierende Menschen Rennmäuse halten. Spreche doch mal mit deinem Arzt.
Hausstaub
Der Hausstauballergiker hat eine Überempfindlichkeit auf Rückstände, die von Milben produziert werden. Hausstaubmilben leben aber vor allem in gewöhnlichem Hausstaub und benötien abgestorbene Hautzellen zum Überleben. Der Hausstauballergiker sollte also keine zusätzlichen Probleme durch die Haltung von Rennmäusen haben.
Feinstaub
Der Stauballergiker reagiert empfindlich auf Feinstaub. Sein Atemsystem, die Schleim- und auch die Bindehaut der Augen mögen einfach die winzig kleinen Fremdkörper nicht. Feiner Staub, der beim Scharren aufgewirbelt wird, kann Stauballergikern zu schaffen machen. Hier ist die Wahl des richtigen Materials für die Einstreu wichtig. Ich empfehle
Hanfstroh-Einstreu, mit dem Allergiker wirklich gut zurecht kommen. Außerdem möchte ich auf die Alternative mit
Papiereinstreu hinweisen.
Pollen
Pollenallergiker reagieren auf Baumpollen (z.B. Eiche, Ulme, Ahorn, Erle, Birke und Pappel) oder Gräserpollen. Pollenallergiker sollten also auf die Beigabe von Heu und Stroh als Nagematerial oder Einstreu verzichten. Das sollte kein Problem sein denn Rennmäuse kommen auch ohne Heu oder Stroh aus. Auch hier kann
Hanf-Einstreu verwendet werden, da diese Einstreu ganz andere Eigenschaften als gewöhnliches Stroh hat. Außerdem möchte ich auf die Alternative mit
Papiereinstreu hinweisen. Pollenalergiker sollten auf die Beimischung von getrockneten Blüten zum Rennmausfutter verzichten.
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