Mongolische Wüstenrennmäuse

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Zucht

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Fragen zur Zucht



Fragen zur Zucht

Wenn das Weibchen empfangsbereit ist kann ein Männchen (man sagt auch Böckchen) sie begatten. Die Paarung zieht sich über längere Zeit (Stunden) hin und wird häufig alle paar Minuten wiederholt. Kommt es zu einer Befruchtung, bringt das Weibchen nach ca. 24 - 25 Tagen in der Regel etwa 4 - 6 Jungtiere zur Welt. Die Tragezeit kann sich u.U. verlängern, zum Beispiel wenn die werdende Mutter während der Schwangerschaft noch ihren vorherigen Wurf säugt.

Wenn man nicht weiter eingreift, wird sich dieser Ablauf etwa alle 5 - 6 Wochen wiederholen. Willst du das wirklich? Gibt es Abnehmer für die Jungtiere?

Das kann geschehen: Auf dem Foto erkennst du Tiere aus 2 Würfen einer Rennmaus. Die Jungen des ersten Wurfen sind noch nicht selbständig, da folgte bereits der nächste Wurf.



Jetzt hättest du gerne Rennmausnachwuchs. Wie gehst du die Sache am besten an? Alles will genau berlegt sein. Von einer planlosen Zucht, nur weil man einmal junge Rennmäuse hätte, rate ich ab.

Für die Zucht sucht man gesunde Tiere aus:
  • die Augen sollten klar, glänzend sein
  • das Fell soll weich, glänzend und ohne kahle Stellen sein
  • der Schwanz ca. 3/4 der Körperlänge sein, völlig behaart und ohne Knick
  • die Beine durchgehend mit Fell bedeckt
  • die Nägel gleich lang und dunkel gefärbt
  • die Ohren sollen aufrecht stehen und an der Außenseite mit Fell bedeckt



Alter der Zuchttiere

Rennmausweibchen sollten mindestens ca. 3 Monate und um Komplikationen zu vermeiden möglichst nicht älter als 18 Monate alt sein, wenn sie zur Zucht herangezogen werden (das hört sich jetzt sehr sachlich an). Bei der Geburt dehnt sich das Becken des jungen Weibchens noch problemlos. Im Alter ist das nicht mehr so (Verknöcherung).
 


Inzucht

Jedem Züchter geht es um die Zucht gesunder Rennmäuse und darum, genetische Defekte nicht zu vervielfältigen (Vererbung von Fehlern). Ausgeschlossen werden daher Mäuse, die auf Grund ihres Gesundheitsstatus besser nicht zur Zucht eingesetzt werden sollten.

Inzucht wird auch gezielt praktiziert!

Quelle: wikipedia.org

Unter Inzucht versteht man im allgemeinen die bevorzugte Paarung zwischen relativ nahen Blutsverwandten, in der Tierzucht und Pflanzenzucht im speziellen die Kreuzung innerhalb genetisch möglichst reinrassiger Zuchtlinien.

Zur Produktion von besonders leistungsfähigen Hybriden ist die Aufrechterhaltung von Inzuchtlinien als Elterngeneration für die Hybriden nötig. Inzucht führt dazu, dass immer mehr Genloci bzw. Allele homozygot (reinerbig) werden, also in beiden Chromosomensätzen gleich vorhanden sind. Aufgrund der Mendelschen Gesetze erscheinen durch Inzucht insbesondere auch rezessive Gene des Genotyps im Phänotyp. Folge der Inzucht ist damit die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit des homozygoten Auftretens von Extremen in beiden Richtungen, also sowohl möglicher krankhafter als auch besonders leistungsfähiger Genkombinationen.


Stammbaum und Zuchtbuch sind hier sicher eine gute Hilfe und sollten zum Pflichtprogramm eines Züchters gehören. Ich slbst züchte nicht, kenne aber diese Praktik aus meiner Zeit als eingetragener Züchter für Papageien. Ganz nebenbei bemerkt: Der Kreisveterinär hatte damals bei seinen Besuchen auch ein waches Auge darauf.

Möchte man Inzucht verhindern, sollte man als Züchter zu allererst die "Rückkreuzung" vermeiden. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass der Vater die Töchter schwängert od. die männlichen Nachkommen die Mutter begatten. Die nächste Stufe wäre die Weiterzucht mit Geschwistern. Beabsichtigt oder unbeabsichtigt kommt es leider immer wieder zu solchen Paarungen. Sei es weil die Tiere nicht nach Geschlechetrn getrennt werden oder zu lange mit den Eltern im Käfig verbleiben. Außerdem ... siehe nächsten Abschitt



Hintergrund

Das Problem der Inzucht hat natürlich auch einen geschichtlichen Hintergrund! Rennmäuse gehören ja nicht zu den Tieren, die im Laufe der Evolution aus dem Wildleben langsam in die Gruppe der Haustiere wechselten wie Hunde od. Pferde. Wenn meine Informationen stimmen, gibt es dazu folgenden (eigentlich zeitgeschichtlich sehr jungen) Hintergrund (siehe GC Allgemeines / Grundwissen):

Die früheste Erwähnung von Rennmäusen findet man im Jahr 1866. Ein Pater (oder Geistlicher) mit dem Namen Armand David, schickte "gelbe Ratten" aus Nordchina zum naturkundlichen Museum in Paris (Musée d'Histoire Naturelle). Man nannte sie "Meriones Unguiculatus". Dieser lateinische Name bedeutet "Kämpfer mit Klauen".

Populär wurden Gerbils in den USA nach 1950, als Rennmäuse zu wissenschaftlichen Zwecken aus der Mongolei importiert wurden. Beinahe alle Rennmäuse, die als Haustiere gehalten werden, stammen von jenen 40 Mäusen (20 Paaren) ab. Nach Europa kamen Rennmäuse als Haustiere im Jahr 1964 aus den Vereinigten Staaten.



ungewollte Zucht

Im Zoohandel und beim Transport.

Im Zoohandel werden die Jungtiere nur selten nach Geschlecht getrennt. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil besteht darin, dass die Tiere nicht neu vergesellschaftet werden müssen (was bei Jugtieren nicht allzu problematisch wäre), der Nachteil liegt in der ungewollten Verpaarung. Jeder hat schon von der Situation gehört, wo unwissender Weise eine schwangere Maus gekauft wurde.

Ein guter Züchter macht bei der Abgabe von Jungtieren auch die neuen Besitzer auf den Umstand aufmerksam, das ein gemeinsamer Transport der vorher sorgsam nach Geschlechtern getrennten Tiere, alles wieder zunichte machen kann. Selbst wenn die Abgabetiere zur Zucht verwendet werden sollen, sind sie uU nicht alt genug. Geschlechtsreife bedeutet nicht auch Zuchtreife. Genetische Defekte / Erbfehler (fallen zwar nicht in die Kategorie Inzucht) kann man bei gesunden, zuchtreifen Mäusen eher ausschließen.





Zwangs(ver)paarung

Steckt man 2 ausgewählte Tiere in einen Käfig, heißt das noch nicht, dass sie sich paaren. Manchmal passt es eben nicht. Ablehnung des Partners ist nicht ungewöhnlich. Es ist noch nicht erforscht, aber es heißt, das Mäusemännchen genetische Defekte "bemerken" und deshalb das Weibchen, die Fehler in ihrer Erbmasse haben, auch nicht decken. In beiden Fällen musst du eben eine andere Kombination versuchen.


Nun noch ein paar Ratschläge, möglicherweise weißt Du das ja schon längst:





Ernährung während der Schwangerschaft

Eiweißreiche Nahrung ist während der Aufzucht und der Schwangerschaft sehr wichtig. Ratschläge hört man überall aber letztendlich muss man selbst ausprobieren was die Mäuse mögen. Auf dem Speisezettel sollen z.B. Mehlwürmer, Maden oder gekochtes Ei stehen (mögen meine Mäuse überhaupt nicht). Verrückt, aber meine mögen Stubenfliegen oder kleine Käfer und auch Ameisenlarven.

Wegen der Mineralien und Vitamine ist Grünfutter wichtig, Löwenzahn, Vogelmiere und Banane sollten täglich auf dem Speisepln stehen. Ein Kalkblock wäre nicht schlecht (Calciumverlust). Probier einfach aus was deine Mäuse annehmen, Mäuse sind auch nur Menschen :-) .



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